WYDAWCA: STOWARZYSZENIE WILLA DECJUSZA & INSTYTUT KULTURY WILLA DECJUSZA
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Vorwort

Der vorliegende Band der mehrsprachigen polnischen Literaturzeitschrift RADAR ist in Zusammenarbeit mit den polnischen Herausgebern, dem Österreichischen Kulturforum Warschau und dem Ukraine Office Austria im Österreichische Außenministerium entstanden. Er zeugt von der starken österreichischen Unterstützung für die ukrainische Kultur und Kulturarbeit. Der Literaturaustausch zwischen Österreich und der Ukraine ist in den vergangenen fünf Jahren sichtbarer und zugleich vielfältiger geworden und hat seit 2022 eine neue Intensität erhalten: Literatur wurde noch stärker zu einem Ort des Zuhörens, der Trauer, des Übersetzens und des gemeinsamen Nachdenkens – über Krieg und Vertreibung, über Erinnerung und Identität, über Sprache als Schutzraum und als Brücke. In Österreich ist dabei ein Resonanzraum entstanden, in dem ukrainische Stimmen nicht nur „zu Gast“ sind, sondern das literarische Gespräch mitprägen.

Ein besonderer Höhepunkt der österreichischen Kulturarbeit im Literaturbereich 2025 war das einmonatige Artist-in-Residence-Programm für sieben Schriftstellerinnen und Schriftsteller aus der Ukraine in der Nähe von Warschau, das vom Österreichischen Kulturforum Warschau mit verschiedenen Projektpartnern wie der Salvatti Foundation, dem ukrainischen Schriftstellerverband und dem Ukraine Office Austria organsiert und aus Mitteln des österreichischen Außenministeriums finanziert wurde. Folgende Schriftstellerinnen und Schriftsteller aus der Ukraine haben an dieser Artist-in-Residence teilgenommen: Oleksandr Hunko, Ulyana Kryvokhatko, Ganna Osadko, Vasyl Dobryansky, Tamara Duda, Natalya Shevchenko und Julia Berezhko-Kaminska. Einige der im Rahmen der Residencies entstandenen Texte zum Thema „Utopia/Dystopia“ sind in der vorliegenden Ausgabe zu lesen.

Eine Auswahl von weiteren Texten ukrainischer Schriftsteller:innen, die in den vergangenen Jahren mit Hilfe österreichischer Unterstützung ins Deutsche übersetzt und in diesen Band aufgenommen wurden, wurde von dem österreichischen Ukrainisten und Literaturwissenschaftler Alois Woldan redaktionell betreut. 

Damit Begegnung nicht episodisch bleibt, braucht es Institutionen, die Infrastruktur bereitstellen: Übersetzungsförderung, Aufenthalte, Netzwerke, Bibliotheken. In Österreich sind hier besonders zu nennen: das Bundesministerium für Kunst, Kultur, öffentlichen Dienst und Sport, das 2022–2024 Arbeitsstipendien und Projektförderungen für (auch aus der Ukraine vertriebene) Künstler:innen und gemeinsame Vorhaben ermöglichte. 

Das österreichische Außenministerium wirkt über Kulturforen und Programme. Zum österreichischen Netzwerk der Auslandskultur zählen neben den Österreichischen Kulturforen die Österreich-Bibliotheken in der Ukraine, die den Zugang zu Sprache und Literatur institutionell verankern. Ergänzend arbeitet der OeAD mit seinem Kooperationsbüro in Lwiw/Lemberg seit über 25 Jahren an kulturellen und publizistischen Brücken – ausdrücklich auch durch Lesungen und Übersetzungsaktivitäten. Ein greifbares Symbol dieser Brückenarbeit ist das 2026 mit einer Buchspende unterstützte „Ukraine-Regal“ an der Österreichischen Nationalbibliothek: ukrainische Bücher, deutsche Übersetzungen und österreichische Werke in ukrainischer Übersetzung stehen hier nebeneinander – als dauerhafte Einladung zum Dialog. 

Kooperationen mit der Kulturvermittlung Steiermark, der IG Autor:innen und der Theodor-Kramer-Gesellschaft in Wien ermöglichen wichtige neue Impulse und verdichten die österreichisch-ukrainische Zusammenarbeit durch Writers-in-Residence-Programme und Veröffentlichungen von Übersetzungen von Werken junger ukrainischer Dichter/innen. 

Wir danken allen, die diese spezielle Ausgabe der Zeitschrift RADAR ermöglicht haben! 

 

Sepp Schellhorn, Staatssekretär im Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten der Republik Österreich.

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